Fabiola Gianotti

 

Gianotti wurde an der Universität Mailand in Teilchenphysik promoviert und war ab 1987 am CERN, wo sie am UA2-Experiment und am ALEPH-Detektor des LEP beteiligt war. Thema ihrer Dissertation 1989 war die Datenanalyse am UA2-Detektor. Ab 1990 befasste sie sich mit Kalorimetern mit flüssigem Argon, was ab 1992 zur Beteiligung am ATLAS-Detektor führte. Ende der 1990er Jahre war sie auch an der Suche nach supersymmetrischen Teilchen am LEP-2-Ring beteiligt. 2009 bis 2013 war sie als Nachfolgerin von Peter Jenni Sprecherin der ATLAS-Kollaboration am Large Hadron Collider (LHC) des CERN. An der Kollaboration sind bis zu 3000 Physiker beteiligt, 2012 wurde dort die Entdeckung eines mit dem Higgs-Boson kompatiblen Teilchens bekanntgegeben. Am 1. Januar 2016 übernahm sie das Amt der Generaldirektorin des CERN von Rolf Heuer.

2012 war sie eine der Preisträgerinnen des Special Fundamental Physics Prize für die wahrscheinliche Entdeckung des Higgs-Bosons. Ebenfalls 2012 erhielt sie die Goldmedaille der Stadt Mailand und 2013 den Premio Enrico Fermi der italienischen physikalischen Gesellschaft. 2009 erhielt sie vom italienischen Staatspräsidenten den Titel Commendatore und 2012 den Verdienstorden der Republik Italien (Großoffizier). Sie ist korrespondierendes Mitglied der Accademia dei Lincei. Sie ist Ehrendoktor in Uppsala, Oslo, der McGill University und der EPFL in Lausanne. 2013 wurde ein Asteroid nach ihr benannt: (214819) Gianotti. 2015 wurde sie in die National Academy of Sciences gewählt, 2016 in die Académie des sciences und in die Academia Europaea.

2017 erhielt sie die Wilhelm-Exner-Medaille.